{"id":118,"date":"2025-05-17T13:42:12","date_gmt":"2025-05-17T13:42:12","guid":{"rendered":"https:\/\/aktionszeitung.de\/?p=118"},"modified":"2025-05-18T15:44:44","modified_gmt":"2025-05-18T15:44:44","slug":"wir-bleiben-ford-gemeinsam-weiterkaempfen-fuer-koeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktionszeitung.de\/index.php\/2025\/05\/17\/wir-bleiben-ford-gemeinsam-weiterkaempfen-fuer-koeln\/","title":{"rendered":"&#8222;Wir bleiben Ford! \u2013 Gemeinsam weiterk\u00e4mpfen f\u00fcr K\u00f6ln&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Mittwoch, dem 14.Mai 2025, haben die Kolleg:innen von Ford K\u00f6ln einen 24-st\u00fcndigen Vollstreik f\u00fcr einen Sozialtarifvertrag in den drei Standorten Niehl\/Produktion, Merkenich\/Entwicklungszentrum und Merkenich\/Ersatzteilzentrum durchgef\u00fchrt. Zu den Kundgebungen an den Toren haben sich jeweils mehr als 500 Kolleg:innen eingefunden. Viele hatten ihre Unterschrift f\u00fcr die Teilnahme online abgegeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Pkw- und Getriebeproduktion arbeiten ca. 4700 Kolleg:innen zur Zeit im Zweischichtsystem, im Ersatzteilzentrum ca. 1700 in Dreierschichten und im Entwicklungszentrum ca. 3500 in Dienstleistungen f\u00fcr die Produktion.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dem Vollstreik vorausgegangen waren Warnstreiks von ca. zwei Stunden an zwei Tagen in den Vorwochen und elf ergebnislose Verhandlungen. Danach gab es eine Urabstimmung unter den \u00fcber 1&lt;k20&gt;0&lt;k0&gt;000 Gewerkschaftsmitgliedern f\u00fcr unbefristete Streiks f\u00fcr die folgenden Forderungen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2013 Zur\u00fcckweisung der beabsichtigen K\u00fcndigungen von 2900 Besch\u00e4ftigten und Erhalt des K\u00fcndigungsverbotes bis 2033;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2013 Vorlage eines nachhaltigen Zukunftskonzeptes zur Sicherung m\u00f6glichst vieler Arbeitspl\u00e4tze;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2013 ein finanzielles Sicherheitsnetz bei Arbeitsplatzverlust oder Wechsel zu einem anderen Arbeitgeber<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2013 einen Schutz dieser Vereinbarungen bei Insolvenz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Urabstimmung stimmten mehr als 9000 (93,5%) der&nbsp; 9600 (95,7%) Gewerkschaftsmitglieder, die abgestimmt haben, f\u00fcr den unbefristeten Streik.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit haben die Ford-Kolleg:innen einen zweiten Schritt im Kampf um ihre Arbeitspl\u00e4tze in einer schwierigen Kampfsituation gemacht. Zwar bringt ein 24-Stundenstreik der Ford-Werke GmbH erhebliche Verluste, \u2013 der Betriebsratsvorsitzende Benjamin Gruschka sprach von mehr als drei Millionen Euro. Sie fallen vor allem im Ersatzteilzentrum an, das f\u00fcr ganz Europa im Ein- und im Ausgang zust\u00e4ndig ist;&nbsp; bei der Getriebeproduktion f\u00fcr Ford T\u00fcrkei; und in der Logistik des gesamten Werkes mit terminierten Abl\u00e4ufen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">@FT:Die ausgefallene Produktion von 480 Pkw schmerzt weniger, weil deren Absatz sowieso stockt. Tausende Pkw liegen auf Halde, die Neuzulassungen von Ford-Pkw in Deutschland sind 2024 auf ca. 99 000 gefallen. Ford bietet 3,5 Prozent aller angebotenen Pkw an, in 2023 waren es 4,1 Prozent und in 2022 5,0 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die K\u00f6lner Bilanz wird deshalb in Zukunft wahrscheinlich mit weiteren Verlusten belastet, da ihn sie auch die Ergebnisse der anderen europ\u00e4ischen Werke eingehen. Ford USA hat zwar vier Milliarden Euro zur Schuldentilgung \u00fcberwiesen und dreistellige Millionenbetr\u00e4ge als Investition angek\u00fcndigt, aber gleichzeitig seine Patronatserkl\u00e4rung im Falle der Verschuldung zur\u00fcckgezogen. Hinzu kommen die Verluste in den USA aus dem E-Autoverkauf: 4,7 Mrd. Dollar in 2023, \u00fcber 5,1 Mrd. in 2024 und erwartete 5,5 Mrd. in 2025.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Inzwischen hat eine breite Solidarisierung zur Unterst\u00fctzung der K\u00e4mpfenden statt gefunden \u2013 an erster Stelle die Ford-Kolleg:innen von Saarlouis mit ihrem erk\u00e4mpften Sozialtarifvertrag, die mit einer Delegation beim Streik in K\u00f6ln anwesend waren; sowie die Kolleg:innen von Ford Craiova\/Rum\u00e4nien und Ford Valencia und Vertreter der US-amerikanischen Automobilarbeiter Gewerkschaft UAW.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dazu kamen VW-Kolleg:innen aus Kassel\/Baunatal, Zwickau und Wolfsburg, Kollegen des BMW-Teams, viele von IG Metall-NRW-Verwaltungsstellen, aber auch Kolleg:innen der IG BCE, von Ver.di, GEW und aus einigen Initiativen. Und nat\u00fcrlich stellten sich Parteienvertreter ein und es gab einen gro\u00dfen Widerhall in allen Medien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bleibt die Suche nach einer Perspektive. Betriebsrat, gewerkschaftliche Vertrauensleute und IG Metall haben sich bisher auf die Forderung nach einem Sozialtarifvertrag beschr\u00e4nkt und fordern f\u00fcr die Zukunft nur eine nachhaltige Pkw-Produktion. Vertrauensleute haben auch die Forderung nach Arbeitszeitverk\u00fcrzung bei vollem Lohnausgleich aufgestellt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Aussichten sind allerdings \u00e4u\u00dferst unsicher. Viele Anzeichen sprechen eher f\u00fcr eine zuk\u00fcnftige Einstellung der Pkw-Produktion mit dem Verlust der Arbeitspl\u00e4tze nicht nur bei Ford, sondern auch bei Zulieferern und in der gesamten Region.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kampf dagegen verlangt weitergehende Forderungen: etwa nach Erhalt und Umstellung der Produktion auf gesellschaftlich n\u00fctzliche Produkte wie E-Busse in verschiedenen Gr\u00f6\u00dfen, Stra\u00dfenbahnen, auch kleine E-Pkws.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wieder ankn\u00fcpfen k\u00f6nnte man an die in den 80er Jahren in der IG Metall breit gef\u00fchrte Konversionsdebatte, angeregt vom Beispiel der Besch\u00e4ftigten bei Lucas Aerospace in England und den Werftarbeitern in Bremen, Hamburg und Kiel, die sich damals gegen die R\u00fcstungsproduktion gewehrt haben. Daf\u00fcr k\u00e4me dann auch die Forderung nach einer entsch\u00e4digungslosen Enteignung (\u00a7 2 der IG Metallsatzung) in Betracht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr m\u00f6gliche weitere Kampfformen sind bestimmt die Erfahrungen der Ford-Kolleg:innen in Saarlouis, bei GKN Mosel in Zwickau oder aus fr\u00fcheren Arbeitsk\u00e4mpfen bei Krupp Rheinhausen oder Opel-Bochum n\u00fctzlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">@RZ: Solidarit\u00e4tsadressen bitte an www.wir-bleiben-ford.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Mittwoch, dem 14.Mai 2025, haben die Kolleg:innen von Ford K\u00f6ln einen 24-st\u00fcndigen Vollstreik f\u00fcr einen Sozialtarifvertrag in den drei Standorten Niehl\/Produktion, Merkenich\/Entwicklungszentrum und Merkenich\/Ersatzteilzentrum durchgef\u00fchrt. Zu den Kundgebungen an den Toren haben sich jeweils mehr als 500 Kolleg:innen eingefunden. 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