Rede von Thorsten Donnermeier

auf der Aktionsversammlung von Volkswagen am 16.Mai 2025

Leiharbeiter und befristet Beschäftigte werden bei VW weggeputzt wie tote Fliegen von der Fensterscheibe. 35000 Stellen sollen abgebaut werden mit schlimmen Folgen für die Regionen und Menschen. Wir alle wissen aus der Nachwendezeit, was De-Industrielisierung bedeutet. Da wachsen Bäume aus den Häusern. Not und Elend wird verbreitet, um gewünschte Kapitalrendite bei VW zu erreichen.

Mit Entsetzen nehmen wir wahr, was mit den Reichtümern, die wir hart erarbeitet haben, gemacht wird. Einen unsinnigen Tunnel möchte Herr Porsche bauen. Wieviele Leiharbeiter und Befristete könnten mit diesem Geld weiter beschäftigt werden?

Mehr als deutlich machen die aktuellen Geschehnisse, dass uns die aktuellen Formen des privaten Eigentums schaden.

Der neueste Hit: Umstellung der Produktion auf Kriegsgüter. Immer mehr Beschäftigte stellen sich die Frage: Sollen wir bald Tod bringende Waffen bauen, die auf unsere Kolleg:innen im ehemaligen VW-Werk in Kaluka gerichtet werden? Oder vielleicht auf unsere chinesischen Kolleg:innen gerichtet werden? Also auf unsere eigenen Leute?

Allen Aktionären sollte an diesen beiden negativen Beispielen deutlich werden, dass Privateigentum an Produktionsmitteln keine Zukunft haben kann.

1918 in der Novemberrevolution und nach den Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg wurden  Gemeineigentum und Vergesellschaftung von Produktionsmitteln als richtige Erkenntnis im §15 Grundgesetz und in der IGM-Satzung §2 festgeschrieben. Auch jetzt werden diese Forderungen von der Koimagerechtigkeitsbewegung, der Friedensbewegung und Beschäftigten wieder aufgenommen.

VW entstand durch Blut und Tränen von Zwangsarbeitern, es darf niemandem gehören. Oder uns allen.

Unsere eigene Volkswagengeschichte läßt keinen anderen Schluss zu: Nur noch Produkte, die allen dienen und keinem schaden, sollen bei VW produziert werden. Kriegsmaterial gehört nicht dazu. Straßenbahnen und andere ÖPNV-Produkte machen Sinn für eine gute Zukunft. Jede Vernunft spricht dafür, die Kapitalinteressen sprechen dagegen.

Um eine gute Zukunft für uns alle zu haben, wird es unabdingbar sein, VW zu vergesellschaften.

Wir entscheiden selbst, was und unter welchen Arbeitsbedingungen produziert wird.

Unser Leben ist wichtiger als Profite für wenige – wie z.B. Katar und die Eigentümerfamilien.

Thorsten Donnermeier ist seit 40 Jahren bei VW beschäftigt.

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